Bianca Walther

Frauen von damals. Der Podcast.

Alle Folgen der Frauen von damals gibt es hier auf einen Blick.

In diesem Podcast erzähle ich von Frauen, die mir im Laufe der Jahre beim Lesen, bei Recherchen und in der Forschung begegnet sind. Es sind Frauen, größtenteils aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die Grenzen überschritten, mit neuen Lebensmodellen experimentierten und sich Freiräume nahmen. Wir begeben uns mit ihnen auf Reisen und auf Radausflüge, in den Reichstag und auf Kneipentour, und manchen schauen wir über die Schulter, wie sie Liebesbriefe schreiben. An wen? Lasst euch überraschen!

Den Podcast findet ihr zum Beispiel auf Anchor.fm, Spotify, Apple Podcasts, Overcast, Google Podcasts, Breaker, Radio Public, im RSS-Feed – und hier zum Direkthören.

Bonusfolge

Die Reisen der Amelia B. Edwards (ab 15.4.2021)

Amelia Ann Blanford Edwards (1831-1892) lebte eigentlich drei Leben in einem: Zunächst Romanautorin, wurde sie nach einer Italienreise zur gefeierten Reiseschriftstellerin und schließlich zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Ägyptologie. Sie liebte Frauen, ihre Freiheit und ferne Länder, war am liebsten auf neuen Pfaden unterwegs. Kam sie je an? Oder war der Weg das Ziel? Vielleicht wir das immer ihr Geheimnis bleiben.

In dieser Sonderfolge der Frauen von damals erzähle ich euch die Geschichte einer Frau, die sich mit Kreativität und Hingabe immer wieder neue Wege suchte, ihrem Herzen zu folgen.

Die kompletten Shownotes zur Folge findet ihr hier.

Staffel 1:

Folge 12: Monokel-Ball im Monbijou: Streifzug durch das lesbische Berlin der 1920er Jahre

Zum Staffelfinale der Frauen von damals gehen wir auf Kneipentour durchs lesbische Berlin der 1920er Jahre. Wir beginnen im Damenklub Violetta, wo Klubpräsidentin Lotte Hahm zum bunten Abend bittet. Dann blättern wir nach einem erbaulichen Ausflug in die homoerotische Begriffsgeschichte ein wenig in der Freundin und der Frauenliebe – den Zeitschriften, in denen die moderne lesbische Frau allerlei sachdienliche Informationen, aber auch Austausch, Veranstaltungsankündigungen und Perlen sapphischer Dichtkunst fand. Zum guten Schluss tanzen wir bei Mondschein auf dem Müggelsee bis zum Morgen. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten!

Die verwendete Literatur samt Quellen und eine Seite aus einer der Zeitschriften findet ihr hier.

Folge 11: „Wo ist das Recht der Frau?“
Anita Augspurg – Juristin, Feministin, Pazifistin

Sie war radikale Frauenrechtlerin, Juristin mit scharfer Feder und ab 1914 engagierte Pazifistin. Mit ihrer Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann mischte sie nicht nur die Männerwelt in Kaiserzeit und Weimarer Republik gehörig auf: Dr. Anita Augspurg (1857-1943). Im Übrigen wächst in dieser Folge zusammen, was zusammengehört: Jasmin von HerstoryPod und Bianca von den Frauen von damals senden diese Woche gemeinsam – und haben sich viel zu erzählen.

Die Shownotes, verwendete Literatur und mehr zur Folge findet ihr hier.

Folge 10: Minna Cauer – Mit Leidenschaft für Frauen, Frieden und Demokratie

Minna Cauer war eine der wichtigsten Frauenrechtlerinnen im Kaiserreich. Trotzdem ist seit 95 Jahren kein Buch mehr über sie geschrieben worden – vielleicht, weil sie immer zwischen den Stühlen saß: den einen zu links, den anderen zu emotional, wieder anderen zu alt. Zeit, einer ganz Großen zu ihrem Geburtstag etwas Aufmerksamkeit zu schenken!

Verwendete Literatur:
Else Lüders: Minna Cauer. Leben und Werk, Gotha/Stuttgart 1925. (Das Bild zu dieser Folge ist das Frontispiz aus diesem Buch)
Anne-Laure Briatte; Meiken Endruweit (Übers.): Bevormundete Staatsbürgerinnen. Die ‚radikale‘ Frauenbewegung im deutschen Kaiserreich, München 2020.
Bianca Walther: „Diese Zeit findet kein großes Geschlecht, besonders nicht unter den Frauen.“ – Minna Cauer und die bürgerliche Frauenbewegung, 1914-1918. Unveröffentlichte Hausarbeit, Fernuniversität Hagen, 2014.

Das Bild, das ich euch ganz am Schluss der Folge versprochen habe, findet ihr hier.

Folge 9: Die Lieben der Selma Lagerlöf
Die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf (1858-1940) ist in Deutschland heute hauptsächlich als Autorin des Kinderbuchs „Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen“ bekannt. Sie hatte aber noch deutlich mehr auf dem Kasten: Als erste Frau bekam sie 1909 den Literaturnobelpreis zugesprochen. In Schweden ist sie nach wie vor eine Ikone, zierte jahrzehntelang den 20-Kronen-Schein.

Was jedoch erst 50 Jahre nach ihrem Tod bekannt wurde, war, dass sie neben der Schriftstellerei noch zwei andere große Lieben hatte: ihre Kollegin Sophie Elkan und die Studienrätin Valborg Olander – ihre „Sekretärin“, wie es nach außen hieß. In dieser Folge erzähle ich euch die Geschichte dazu – und habe für euch ein paar Briefauszüge übersetzt. Die verwendete Literatur zur Folge findet ihr hier.

Folge 8: Von Olympe bis Helene: Streifzug durch 100 Jahre Frauenbewegung
Nachdem wir uns bisher eher mit Biografien einzelner Frauenrechtlerinnen befasst haben, wagen wir uns heute an einen Überblick über die deutsche Frauenbewegung im 19. Jahrhundert. Los geht es – wie könnte es anders sein? – mit den Anfängen. Wir marschieren so um die Zeit der Französischen Revolution los und erreichen unser Etappenziel Hamburg im Jahr 1898, gerade pünktlich zu einer denkwürdigen Jahresversammlung des Bunds deutscher Frauenvereine (BDF).

Mehr über das äußerst reiche, komplexe Gebilde, das sich „Frauenbewegung“ nannte, könnt ihr zum Beispiel erfahren, indem ihr das wunderbare Internetportal des Digitalen Deutschen Frauenarchivs durchstöbert – oder aus den folgenden Büchern:

Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933, Darmstadt 2006.
Ute Gerhard: Unerhört. Die Geschichte der deutschen Frauenbewegung, Reinbek 1990.
Barbara Beuys: Die neuen Frauen – Revolution im Kaiserreich München, 2014.
Anne-Laure Briatte-Peters (Autorin); Meiken Endruweit (Übers.): Bevormundete Staatsbürgerinnen: Die »radikale« Frauenbewegung im Deutschen Kaiserreich, München 2020.
Bei der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ferner günstig (sofern noch lieferbar) ein Überblickswerk von Rosemarie Nave-Herz.

Folge 7: Gertrud Bäumer (1873-1954) – Frauenrechtlerin, Politikerin, Multitaskerin
Gertrud Bäumer war eine Frauenrechtlerin, die polarisierte: Die einen fanden sie zu moderat, die anderen bewunderten ihren Pragmatismus. Den einen war sie zu machtbewusst, wieder anderen war sie Vorbild und Inspiration. Ein Jahrzehnt lang stand sie dem Bund deutscher Frauenvereine vor; danach machte sie sich auf den Marsch durch die Institutionen – ohne Landkarte, denn sie war fast überall eine der Ersten. Zeit für Privatleben fand sie trotzdem. Ein Blick in die Geschichte einer Frau, die sich nicht in eine Schublade pressen lässt und für die vielleicht noch nicht einmal eine ganze Kommode ausreicht. Shownotes, Literatur und mehr zur Folge findet ihr hier.

Folge 6: Eine afrikanische Frauenrechtlerin: Adelaide Casely-Hayford
Adelaide Casely-Hayford, geboren 1868 in Freetown, lebte unabhängig, bereiste drei Kontinente und reformierte die Mädchenbildung in ihrer Heimat Sierra Leone. Die Geschichte einer selbstbewussten Frau, die Chancen ergriff und Konflikte nicht scheute.

Verwendete Literatur:
Adelaide Cromwell:  An African Victorian Feminist. The Life and Times of Adelaide Smith Casely Hayford (1868-1960), Washington D. C.  1992
Keisha Blain: Emerging Feminisms – A Historical Note. Pan-African Feminist Adelaide Casely-Hayford, The Feminist Wire, 28. März 2016.
Mary Louise Pratt: Imperial Eyes. Travel Writing and Transculturation. London/New York 1992.

Erwähnte historische Personen: Mary Seacole und Edmonia Lewis

Die Podcast-und-Sonstiges-Empfehlungen:
Frauen reden über Fußball, Frau Abgeordnete, Die Anachronistin und Herstory Pod

Folge 5: Mary Kingsley: Grenzgängerin zwischen Kulturen und Konventionen

In dieser Folge gehen wir schon wieder gemeinsam auf Reisen. Mit Mary Kingsley besteigen wir das Schiff nach Westafrika und folgen einer unkonventionellen Frau auf unkonventionelle Wege.

Mary Kingsley war Grenzgängerin im wahrsten Sinne des Wortes. Hineingeboren in das gehobene Bildungsbürgertum, kam sie als Tochter der ehemaligen Haushälterin des Arztes George Kingsley doch nie richtig in der Familie des Vaters an. Nach dem Tod der Eltern fuhr sie nach Afrika. Sie, die nie eine Schule besucht hatte, wurde dort zur Ethnologin, Händlerin, Schriftstellerin – und zu einer imperialistischen Kolonialkritikerin. Zu den Shownotes und Literaturhinweisen geht es hier.

Folge 4: Frauenrechtlerin auf Reisen: Die Indienreise der Anna Pappritz (Teil 2)
In Teil 2 der Doppelfolge zum Reisetagebuch der Anna Pappritz stelle ich euch einige Auszüge vor. Wir stellen Betrachtungen über die Mitpassagiere auf dem Schiff an, lassen Bergpanoramas auf uns wirken und besichtigen den Taj Mahal – und einmal sind wir sogar in geheimer Mission unterwegs.

Folge 3: Frauenrechtlerin auf Reisen: Die Indienreise der Anna Pappritz (Teil 1)
Über einen Überraschungsfund in einem Koblenzer Keller, eine Berliner Frauenrechtlerin und eine Reise nach Südasien. Shownotes und vieles mehr zur Anna Pappritz‘ Indienreise findet ihr hier.

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Folge 2: Ika Freudenberg: Rheinische Lebensfreude trifft Münchner Frauenbewegung
Wie kam eine Westerwälder Klavierlehrerin dazu, die Münchner Frauenbewegung zu organisieren? Über eine heute vergessene Frau, die mit Humor und Lebensfreude Politik für Frauen aller Schichten machte und viel zu früh starb. Die Shownotes und die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

Folge 1: Charlotte Ritters reale Kolleginnen: Martha Mosse und Friedrike Wieking
In der Fernsehserie ‚Babylon Berlin‘ begegnet uns eine Kriminalassistentin, die offenbar nie einer Kollegin begegnet. 1929 gab es in der ‚Roten Burg‘ am Alex jedoch schon einige Polizistinnen. Zwei davon stelle ich euch heute vor – zwei, deren Lebenswege nicht unterschiedlicher hätten verlaufen können: Polizeirätin Dr. Martha Mosse und Kriminalpolizeirätin Friedrike Wieking. Die Shownotes und die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

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