Frauenpaare im Bürgertum – Interview mit Anno PunktPunktPunkt
Anna Pappritz und Margarete Friedenthal in Südtirol, 1902 (BArch N 1151/341 Fol. 13)

Ab etwa 1890 wurde in der bürgerlichen Gesellschaft ein neuartiges Phänomen immer sichtbarer: Frauenpaare. Mehr und mehr Lehrerinnen, Schriftstellerinnen, Übersetzerinnen, Künstlerinnen, Publizistinnen, Sozialarbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen und andere Frauen hatten sich entschlossen, gemeinsam durchs Leben zu gehen. Dabei hielten sie die Tatsache nicht geheim, dass sie einander nächste Bezugsperson waren. Das Umfeld nahm’s offenbar gelassen: Gefährtinnen wurden brieflich gegrüßt, Einladungen gemeinsam ausgesprochen, und wenn eine starb, erhielt die andere mitfühlende Kondolenzbriefe – und zwar nicht nur von den engsten Freundinnen.

Wie war das gekommen? Wie hatten sich die Frauen aus der Enge des Höhere-Töchter-Daseins befreit? Mit welchen Mitteln und Strategien hatten sie sich die Möglichkeit erarbeitet, als ledige Frauen ein selbstbestimmtes Leben jenseits der Tanten- und Gouvernantenrolle zu führen? Und gab es wirklich keinen Gegenwind? Über diese Fragen spreche ich mit Philip Janssen in der neuesten Folge von Anno PunktPunktPunkt, dem Podcast über aktuelle Forschung der Geschichtswissenschaft. Die Langfassung gibt es dann hoffentlich innerhalb der nächsten zwei Jahre als Buch.

Den Link zur Folge findet ihr hier.

Wer mehr über einige der Frauen wissen möchte, die in der Folge erwähnt werden: In Blog und Podcast stelle ich einige von ihnen vor:

Helene Lange

Anna Pappritz

Selma Lagerlöf

Gertrud Bäumer

Anita Augspurg

Ika Freudenberg

Elisabeth Winterhalter