Was für ein Monat!
Am 29. April ist mein Buch Die Vorkämpferinnen. Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde erschienen.
Vor etwa einem Jahr habe ich angefangen, dieses Buch zu schreiben, Ich habe ausgewählt, welche Geschichten ich erzähle, damit das Bild trotz begrenzter Seitenzahl möglichst rund wird, habe eingeordnet, mal locker runtergeschrieben und mich mal gequält, mit meiner Lektorin Johanna an Formulierungen und Aussagen gefeilt – und irgendwann war es tatsächlich fertig.
In gewisser Hinsicht geht es jetzt aber erst los, denn jetzt geht es daran, über das Buch und die Vorkämpferinnen der Frauenbewegung zu sprechen. In der Rhein-Zeitung durfte ich zum Beispiel eine dreiviertel Seite füllen, und die wunderbare Jasmin Lörchner vom Podcast HerStory hat mich eingeladen über Helene Stöcker zu reden. Dieses Gespräch war mir sehr wichtig, denn Helene Stöcker hat mich beim Schreiben sehr beschäftigt. Sie war eine große Kämpferin für Frieden, Feminismus und sexuelle Selbstbestimmung; gleichzeitig vertrat sie auch Ansichten, die uns heute aus gutem Grund sehr befremden. Mit dem Kapitel über sie habe ich sehr gekämpft, aber ich bin sehr happy damit, wie es geworden ist. Und bei Jasmin ist so eine ambivalente und komplexe „Heldin“ (oder nicht?) natürlich in den besten Händen. Wie immer, wenn wir beide aufeinandertreffen, wurde es etwas länger und sehr spaßig – hört doch mal rein!
Die ersten Lesungen
Und dann war Buchpremiere in der Urania. Christian Dunker von den Geistesblüten hat Stefanie Lohaus („Stärker als Wut“) und mich darüber befragt, was der Feminismus von damals mit uns heute zu tun hat. In der Woche drauf war ich in der Kölner Stadtbibliothek zum Gespräch mit Sarah Zerback vom DLF.
Dann ging es zum ersten Mal allein auf Tour: Zur Buchhandlung Eulenspiegel in Hochheim und in meine Heimatstadt Andernach zu Anker-Buch. Beide Male hatten wir volles Haus, und beide Male gab es wunderbare Begegnungen am Signiertisch.
Andernach war für mich ein ganz besonderer Moment: Meine eigene Vorkämpferin war nämlich dabei – Mama! ♥️
Die ersten Stimmen
Derweil trudeln die ersten Rückmeldungen und Rezensionen ein. Was mich besonders freut: Wenn Menschen mir schreiben, dass das Buch gut zu lesen ist. Darum ging es mir ja: Ich wollte zeigen, was für eine lebendige, vielstimmige und manchmal widersprüchliche Bewegung das war, wie komplex und auch menschlich ihre Akteurinnen.
Die Frauen waren ja schließlich keine fernen, abgehobenen Lichtgestalten, sondern Menschen wie wir. Und das ist auch ein gutes Zeichen, denn wenn diese Frauen so viel erkämpften – dann gibt es keinen Grund, warum wir ihre Errungenschaften nicht verteidigen und auf ihnen aufbauen können.
Hier ein paar Auszüge aus den Rezensionen:
- „Gut recherchiert, mit viel Witz und dem nötigen Fingerspitzengefühl nimmt die Autorin uns mit vom Beginn der (deutschen) Frauenbewegung bis zur Einführung des Frauenwahlrechts.“ (Renzension auf thalia.de)
„Bianca Walther […] fächert mit flotter Schreibe die Organisationen und Vereine auf, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts für die Rechte von Frauen engagierten, stellt Protagonistinnen wie Helene Lange, Alice Salomon oder Clara Zetkin vor.“ (Iris Hetscher, Weser-Kurier)
„[D]ass mich 368 Seiten Geschichte mitreißen, muss frau auch erst einmal hinbekommen. Bianca bekommt das hin, denn so kurzweilig und unterhaltsam, scharfsinnig und scharfzüngig wie auf Instagram ist sie auch als Autorin.“ (Katharina Linnepe auf Instagram)
- „Selten hat mich vermeintlich ‚trockene Geschichte‘ so gefesselt […]. Das Buch hatte für mich die perfekte Mischung aus Ernsthaftigkeit, reflektierender Einordnung, kleinen Ausbrüchen trockenen Humors und politischer Dringlichkeit.“ (Rezension auf Goodreads)
Wie geht es weiter?
Jetzt ist erst mal Durchschnaufen angesagt. Im Juli gibt es noch eine Lesung in München; dann ist Sommerpause. Und danach geht’s noch einmal nach Rheinland-Pfalz (und ins Saarland), und der Osten kommt auch dran. Genaueres teile ich mit, sobald die Ankündigungen offiziell sind!
