
Mit dem Berliner Frauenbund 1945 e. V. verbindet mich eine lustige Geschichte. Eigentlich wollte ich nur im Auftrag des Alice-Salomon-Archivs alte Wohnstätten der großen Meisterin (also Alice Salomon) ausfindig machen. Und da stand ich plötzlich vor der Ansbacher Straße 63 und sah, dass sich dort jetzt die Geschäftsstelle des Berliner Frauenbunds befindet.
Diesen Verein hatten Frauen der Alten Frauenbewegung im Juli 1945 gegründet, um nach dem Krieg wieder an die Kämpfe von damals anzuknüpfen und neu zu erringen, was die Nazis den Frauen genommen hatten – und nicht nur ihnen: Von Anfang an ging es den Frauen des Berliner Frauenbunds auch gerade um Soziales, um Frieden und um Wiederaufbau.
Ich nahm also Kontakt auf, und irgendwann war ich Mitglied. Wie konnte ich wohl der Versuchung widerstehen, etwas mit Frauen wie Agnes von Zahn-Harnack, Marie-Elisabeth Lüders, Martha Mosse(!!!) und Anne-Marie Durand-Wever (Mitgründerin von Pro familia) gemeinsam zu haben? Oder mit den Widerstandskämpferinnen Elisabeth Schiemann, Margarete Sommer und Marianne Pünder? Oder mit der frühen lesbischen Aktivistin Hilde Radusch?
Ganz ehrlich: Ich könnte mir kaum einen schöneren und passenderen Ort für eine Lesung aus den „Vorkämpferinnen“ vorstellen. Am 16. September um 18 Uhr ist es so weit: Ich werde ein bisschen lesen, viel erzählen und am Ende gemeinsam mit der unvergleichlichen Vereinsvorsitzenden Mechthild Rawert darüber sprechen, wie wir das Erbe der Vorkämpferinnen in die Zukunft tragen können, wie feministische Vereinsarbeit heute aussehen kann und warum sie auch 2026 immer noch wichtig ist, und vielleicht sogar wichtiger denn je.
Und dann klingen wir alle gemütlich aus …
Die Veranstaltung ist offen und kostenfrei. Anmeldung hier.